Samstag, 5. Dezember 2015

Wtf?! ... "What are you doing in my house?!"

Wir hatten uns vorgenommen, heute noch ein gutes Stück Weg hinter uns zu bringen. Deshalb fingen wir erst recht spät an, uns nach einer passenden Unterkunft für die Nacht umzusehen.

Auf unserem Weg südwärts, zurück Richtung Auckland, kamen wir erst spät an dem von uns angepeilten Campingplatz an. Leider durften auf diesem keine Zelte aufgebaut werden, da es nur ein Stellplatz für Campervans war....also mussten wir weiter. Im näheren Umfeld gab es aber keine Campingplätze mehr, und mittlerweile dämmerte es schon. Bis wir einen Zeltplatz erreichen würden, wäre es Nacht. Wir fuhren also weiter Richtung Süden und folgtem dem nächsten B&B (Bed and Breakfast) Schild am Straßenrand. Dieses führte uns über eine schmale Schotterstraße zu einer kleinen Ansammlung von Häusern zwischen etlichen Pferdekoppeln. An einem der Gartenzäune war ein kleines B&B Schild angebracht und am Einfahrtstor prangte "open", also traten wir ein.
Mittlerweile war es dunkel geworden. Im oberen Stockwerk des Hauses brannte aber noch Licht, also klingelten wir. Als auf mehrfaches Läuten niemand aufmachte, rief ich ein lautes "hello" zum Fenster hinauf, denn einen Stein zu werfen, war mir dann doch zu gefährlich :P
Auch keine Antwort, zumindest nicht menschlich^^ Ein lautes Bellen ertönte auf der Hinterseite des Hauses....Wachhunde..na super^^ Schienen aber angeleint oder eingesperrt zu sein, da sie nur zu hören waren, nicht aber in Sicht kamen. In der Hoffnung, dass die Halsbänder fest und die Leinen gut angebunden waren, wagte ich eine kleine Hausumrundung, um vielleicht doch noch jemanden zu finden.
Bild des Hauses vom nächsten Tag, als wieder etwas zu sehen war ;)

Im Garten stand ein zusätzliches kleines Haus, in dem kein Licht brannte. Sah aus wie eine mögliche Ferienwohnung. Neugierig näherte ich mich dieser, während ich hoffte, nicht von den Hunden als Gutenachtleckerbissen verspeißt zu werden :P

Die Tür war nicht verschlossen und als ich die Schiebetür öffnete, schlug mir erstmal ein Schwall warmer Luft entgegen. Drinnen war niemand und es sah auch nicht so aus, als wäre die letzte Zeit jemand hier hier gewesen. Die Betten waren gemacht, und alles war sauber. Schön eingerichtet... Ein kleiner Christbaum aus Plastik stand neben einem ansehlichen Fernseher...wie im Himmel^^ Für unsere sonstigen Campingverhältnisse der reinste Luxus. An den Preis wollten wir gar nicht denken^^ Könnte man sich glatt dran gewöhnen, also beratschlagte ich mit Sebi, was wir unternehmen sollten...

Wir entschlossen uns hierzubleiben, denn am Eingang stand nun mal "open".^^ Den Besitzern, die möglicherweise nach Hause kommen würden und Einbrecher vermuteten, schrieben wir ein Schild, um unsere guten Absichten klarzumachen.

Dieses brachten wir an Haustür und meinem Auto an, welches wir so in der Einfahrt parkten, dass es nicht zu übersehen war :P

Wir packten also unsere sieben Sachen und richteten uns häuslich ein. Ein etwas mulmiges Gefühl hatten wir dabei aber doch, denn illegal war die ganze Sache ja trotzdem :S Was wäre, wenn die Besitzer nach Hause kämen, von weitem das Licht sähen und direkt die Polizei rufen würden....?
Naja, jetzt war es schon zu spät^^ Würden wir jetzt wieder einpacken, würde es wie ein Einbruch aussehen. Also nutzte ich die Gelegenheit unter die Dusche zu springen, während Sebi zu kochen begann und noch die restlichen Utensilien aus dem Auto holte.

Gerade war ich wieder aus der Dusche heraus, als ein ohrenbetäubendes *beep*, *beet*, *beet*....
aus der Küche schallte :O Zuerst vermutete ich einen Bewegungsalarm oder eine Alarmanlage :O
Als ich klitschnass mit dem Handtuch um die Hüfte aus dem Bad sprang, schlug mir Rauch entgegen...auch Sebi, der noch etwas vom Auto geholt hatte, kam ins Haus gesprintet..
Das laute Pfeifen stammte vom Rauchmelder an der Decke. Sebi versuchte diesen abzustellen, kam aber nicht hoch, weshalb ich hochsprang, und das Ding kurzerhand von der Decke pflückte und die Batterie rausschlug. Die Teile hatten mich schon bei ganz anderen Sachen aus dem Bett gerissen, weshalb ich wusste, wie ich sie am schnellsten zum Verstummen bringen konnte :P

Der Rauch selbst kam vom Toaster, der auf höchster Stufe eingestellt war, und den Toast fast zum Brennen gebracht hatte^^ Wir waren auf 180....Adrenalin pur :P
Erstmal lüften und durchatmen....wir leben noch ;D

Richtiges Schwarzbrot ist eins der Sachen, die ich hier am meisten vermisse, aber den Toast konnte man trotzdem beim besten Willen nicht mehr essen :P

Während dem Essen meinten wir immer wieder Autos herfahren zu hören, beim Blick aus dem Fenster war dem aber nie so. Wir bekamen schon Wahnvorstellungen^^
Gerade machten wir uns noch unseren gute Nacht Tee, da waren dann aber wirklich Scheinwerfer zu sehen und ein Auto fuhr die Straße hoch.
Wir beschlossen zur Einfahrt zu laufen, um direkt "hallo" zu sagen. Als das Auto im Hof stand, konnten wir erkennen, dass eine ältere Frau, sowie ein Junge und ein Mädchen im Auto saßen.
Die Frau schickte erstmal das Mädchen aus dem Auto, um zu fragen, was wir hier tun, dann stieg sie selbst aus.
Ihr erster Satz, bevor wir irgendetwas erklären konnten, war: "What are you doing in my house!?"
Sie sah regelrecht geschockt, sowie stinksauer aus....und so hörte sie sich auch an^^ Ich erklärte ihr, was passiert war und warum wir in ihr Haus "eingebrochen" waren. Irgendwann begann sie sich dann etwas zu beruhigen, und ich fragte nach dem Preis für die Unterkunft...der wiederum beunruhigte uns sehr^^ Für B&B 70$ pro Nase :S Ohne Breakfast 60$...immer noch ein riesen Unterschied, zu den sonst 15-25$ pro Nacht, die wir sonst so bezahlen. Wir hatten aber absolut keine Lust, jetzt nochmal alles abzubauen und weiterzusuchen deshalb bezahlten wir.
Die ältere Dame war glücklich und bot uns dann noch zu Tee in ihr Haus herein^^ Wie sich herausstellte, waren das Mädchen und der Junge Wwoofer aus Deutschland^^ Die Deutschen...sie sind einfach überall :P
Wir unterhielten uns alle eine Weile, aber dann gingen der Junge, die alte Dame und Sebi ins Bett. Ich beschäftigte mich noch bis spät in die Nacht mit Steffi, der Wwooferin ;)

Am nächsten Tag, wollte sie mir eigentlich noch die Pferdchen vorstellen, die sie rund ums Haus versorgte, aber die alte Dame zerrte sie und den Jungen morgens mit in die Kirche. Wir brachen also auf, um unseren Weg über Auckland nach Coromandel fortzusetzen....;)

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